Auf Städtereisen durch Europas Vintage-Hauptstädte

Wir von inside.expedia.de haben ein paar Shoppingtipps für die drei spannendsten Vintage-Hauptstädte Europas zusammengestellt, die in jedem Fall eine Städtereise wert sind.

Paris – im Kurzurlaub Shoppen wie Gott in Frankreich

Pariser CaféDie angesagtesten und ergiebigsten Städte in Sachen Vintage-Shopping sind aber andere. Während man auf einen Städtereise in Berlin zwar eine Menge trashiger 80er und 90er-Klamotten finden kann, hält sich das Angebot an schicken Kleidern aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts arg in Grenzen. Ganz anders in Paris. Und weil Paris und Berlin nicht einmal zwei Stunden mit dem Flieger voneinander entfernt sind, liegt der Kurzurlaub an der Seine so nah. In der Modehauptstadt der Welt sind nicht nur große Couture-Labels wie Chanel, Céline und Hermès zuhause, auch die Vintage-Shopping-Landschaft sorgt bei Fans für innere und äußere Begeisterungsstürme. Die Besten Viertel, um in Paris Retroteile zu shoppen, sind Montmarte (18. Arrondissement) und der Marais (zwischen 3. Und 4. Arrondissement). Dort gibt es unzählige Second-Hand-Boutiquen und Antiquariate, die ganz wunderbare Sachen aus den vergangenen Jahrzehnten anbieten und die zuhause mit Sicherheit niemand anderes hat, man muss sie nur entdecken. 

Die besten Vintageadressen an der Seine:

• Chez Mamie (73, rue de Rochechuart). Der Laden ist ziemlich klein und vollgestopft bis unter die Decke mit Blusen aus den 50er Jahren, feinen Twinsets, Kleidern im romantischen Country-Stil und Accessoires. Besonders Fans der 40er und 50er Jahre kommen sich hier vor, wie in einem verwunschenen Kleiderschrank.

• Free’P’Star (8 rue Sainte-croix de la Bretonnerie). In dem kleinen Shop zwischen den Metro-Stationen Hôtel de Ville und Saint Paul gibt es für kleines Geld echte Vintageschnäppchen aus den letzten 30 Jahren; Isländerpullover für 10 Euro, Cowboyhemden für 12 Euro - muss man noch mehr sagen? Einziges Manko: der Laden ist trotz zweiter Ebene extrem eng und immer voll. Nur bei einer Städtereise unter der Woche kann man Glück haben und einen leeren Laden vorfinden

• Puces de la Porte de Vanves (zwischen Avenue Marc Sangnier & Avenue Georges Lafenestre, 14. Arr). Jedes Wochenende findet hier der vielleicht charmanteste Flohmarkt der Stadt statt. Zwischen überteuerten Vintageobjekten, die noch nicht alt genug sind, um als Antiquitäten durchzugehen und preisgünstigem Nippes stehen die weintrinkenden Händler, ganz den gängigen Klischees entsprechend, und feilschen mit den Touristen, die sich über den von großen Bäumen gesäumten Markt schieben.

Übrigens, auch wenn man nur für einen Wochenendausflug der Jagd nach Vintageteilen wegen in Paris weilt, eines darf auf keinen Fall zu kurz kommen: Essen. Für den kleinen Hunger zwischendurch kann man in fast jede x-beliebige Boulangerie gehen und sich ein Stück Quiche auf der Zunge vergehen lassen. Damit kann man im Prinzip nichts falsch machen. 

Amsterdam – von Klompen und Stroopwafeln

AmsterdamNur etwas mehr als eine Stunde mit den Flugzeug von Paris entfernt und absolut lohnenswert für einen Kurztrip ist die vielleicht entspannteste Second-Hand-Hochburg Europas: Amsterdam. Nicht nur Coffeeshops und Fiets locken die Besucher, auch die relaxte und weltoffene Lebensart der holländischen Metropole fasziniert – perfekt für einen entspannten Wochenendtrip. Amsterdam ist außerdem einer der absoluten Hotspots für Vintage-Liebhaber. Besonders im Grachtengürtel zwischen Prinsengracht und Singel, rund um die  Negen Straatjes, tummeln sich besonders schöne und gutsortierte Second-Hand-Shops, die man auf einem Städtetrip entdecken kann. 

Amsterdams Vintage-Hotspots zwischen Prinsengracht und Leidseplein:

• Zipper (Huidenstraat 7). Seit über 30 Jahren werden im ältesten Second-Hand-Store der Amsterdamer Altstadt Kleidung und Accessoires aus zweiter Hand verkauft. Der Mix der Stücke besteht größtenteils aus Bekleidung der 50er bis 80er Jahre. Inzwischen hat sich daraus auch ein eigenes Label ergeben. Ultra Zipper stellt umgenähte und re-designte Klamotten her und vertreibt sie direkt im Stammladen. Typisch Vintage ist übrigens auch der Geruch, der sich nach 30 Jahren Gebrauchtklamottenhandel in der Luft breitmacht. Aber was soll‘s, auch das gehört zum Vintage-Shopping-Erlebnis während eines spontanen Kurztrips dazu.

• Spiegelbeeld (Huidenstraat 24). Der Laden ist um einiges schicker als sein Nachbar Zipper und spezialisiert auf Designerkleidung. Amsterdams Schickeria bringt seine abgelegten Klamotten von Burberry oder Dolce & Gabbana hierher, wo sie dann für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises in den Besitz von Designfreunden mit schmalerem Geldbeutel auf Städtereisen übergehen. Auch bekannte holländische Labels mit ihrem puristischen und modernen Design wie Dries van Noten und Laundry Industry lassen sich in dem außerordentlich gut sortierten und aufgeräumten Laden finden. Vintage hat bei Spiegelbeeld nichts mit Grabbelkiste und vollgestopften Ständern gemein.

• Concerto (Utrechtsestraat 52-60). Im tollsten Plattenladen der Stadt gibt es neben der aktuellen Mainstreammusik auch eine wirklich großartige Auswahl an alten Vinyl-Schalllatten. Von Duke Ellington über Donna Summer bis hin zu The Smith findet man hier fast alles, was das Herz eines jeden Musiknerds höher schlagen lässt. Der Laden in der Utrechtse Straat existiert übrigens bereits seit Mitte der 50er Jahre und umfasste zu Beginn eine kleine Ladenzeile mit einem Schaufenster – inzwischen erstreckt sich die Storefront über fünf schmale Häuser.

Unweit vom Concerto, in der Nähe des Frederiksplein, liegt De Koffie Salon (Utrechtsestraat 130), ein bei Amsterdamern und Touristen auf Wochenendtrip gleichermaßen beliebtes Café, welches natürlich auch die typisch holländische Spezialität Stoopwafeln auf der Karte hat. Wer es nicht kennt und auf süße Schweinereinen steht: unbedingt probieren! Echte Niederländer erkennt man im Übrigen daran, dass sie ihre Stroopwafel auf den Rand ihrer Kaffee-oder Teetasse legen, damit sich mit Hilfe der Wärme die Sirupfüllung im Inneren verflüssig. Lekker!

Stockholm – zur Abwechslung einmal ohne Ikea und Knäckebröd

StockholmSchweden ist der Hauptsitz der "coolsten" Menschen auf unserem Kontinent. Nirgendwo sonst lassen sich soviele trendbewusste und stilsichere Menschen während eines kurzen Wochenendtrips beobachten wie hier. Und weil die partyverrückten Schweden inzwischen fast jeden interessanten Winkel der Welt unsicher machen, wird es Zeit für eine Revanche. Auf nach Stockholm auf Städtereise für ein verlängertes Wochenende, in die heimliche Hauptstadt Skandinaviens. Die Stadt ist ein gigantisches Sammelbecken an Kreativität und Kultur. Wer meint, das Wort gigantisch sei bei einer Stadt mit nicht einmal 900.000 Einwohnern zu hoch gegriffen, der irrt. Die Stockholmer scheinen unglaublich kultiviert und stilsicher, und kaum ein anderes Völkchen versteht es einfach, Vintageklamotten mit den minimalistischen Designs skandinavischer Labels wie Acne so gekonnt zu kombinieren. Um auch während eines Kurztrips einen echten Eindruck von der Stadt und ihren Bewohner zu bekommen, gehört eine kleine Vintage-Tour durch Södermalm einfach dazu. Stockholms angesagter Kiez ist Heimat unzähliger süßer Cafés, stylischer Leute und guter Restaurants. 

Die stylischsten Vintageläden der schwedischen Hauptstadt:

• Beyond Retro (Åsögatan 144). Den Laden gibt es insgesamt drei Mal in der Stadt, aber der bestsortierte befindet sich in Sofo. Er ist der größte Versorger von Vintageteilen in Stockholms hippem Süden. Egal ob bunt, festlich, urban oder poppig, bei Beyond Retro gibt es einen spannenden Mix aus teuren und preiswerten Klamotten aus den letzten Jahrzehnten. Petticoats, Tüllkleider, Cordhosen – es gibt kaum eine modische Eskapade der vergangenen 40 Jahre, die man auf den vollgestopften 500m² nicht während eines Städtetrips entdecken kann.

• Old Touch (Upplandsgatan 43). Im nördlichen Teil der schwedischen Hauptstadt, zwischen Vasastan und Norrmalm, liegt dieser Geheimtipp für Fans einer etwas älteren Modeepoche. Der Laden punktet mit seiner wohligen Atmosphäre, dem freundlichen Personal, das gerne auch in Stilfragen beratend zur Seite steht und natürlich mit seiner kleinen aber feinen Auswahl an Schuhen, Kleidern und Taschen. Der Fokus liegt auf den 1920er bis 1960er Jahren, jedoch kann man bei Old Touch auch eine schöne Auswahl an Vintage Accessoires und Einrichtungsobjekte aus den vergangen 100 Jahren bestaunen und kaufen.

Wenn man schon mal in Stockholm ist, und sei es nur für einen Wochenendtrip, darf man sich eines auf gar keinen Fall entgehen lassen: das Nachtleben. Eine der heißesten Adressen für laue Sommernächte ist Trädgården, eine Location unter der Skanstullsbro (einer Brücke), das sowohl ein Restaurant als auch einen Club beheimatet. Bis 3 Uhr nachts, was für Stockholmer Verhältnisse wirklich lang ist, schallen hier elektronische Klänge aus den Boxen und bringen das Stockholmer Partyvolk und hippe Gäste auf einem Kurztrip zum Tanzen. Im Juni findet hier außerdem alljährlich der Sommerflohmarkt statt. Die Atmosphäre unter der Brücke, so komisch es klingt, spiegelt ziemlich gut den Livestyle der jungen schwedischen Boheme wider und bildet den perfekte Abschluss für eine Städtereise durch Europas Vintage-Metropolen. 

 

Bilder:
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